„Homers Heimat“

...mag als seltsamer Name für einen Webauftritt erscheinen, wo sein Gegenstand tief in einer eher dunklen und jedenfalls völlig Internet-fernen Vergangenheit liegt. Doch in diesem Titel schwingen für mich allerlei programmatische Aspekte mit, die die Absicht hinter dieser persönlichen Homepage (darum handelt es sich hier) gut zusammenfassen können.... [weiter]

Geheim gehaltene Pläne mit maximalem Waldschadenspotential

Nun sogar zwei ICE-Trassen durch den Darmstädter Westwald. Der Grüne OB will die von den Grünen geforderte „Vollanbindung“ kippen.

Der am 16. März 2016 veröffentliche Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan 2030 hat die Einbindung Darmstadts ins ICE-Netz  fraglich gemacht. Die Westwaldallianz hat recherchiert und die insgeheim betriebenen Pläne der Stadt Darmstadt offengelegt, die von der immer geforderten „Vollanbindung“ Abstand nehmen. Das Darmstädter Echo gab diese ihm präsentierten Recherchen am 24.03.2016 als eigene aus und lässt seine Darstellung in eine grobe Falschmeldung münden. Die tatsächlichen Zusammenhänge, die drohenden Gefahren für den Darmstädter Westwald und die Chancen für eine bessere Lösung können hier nachgelesen werden.

Frankfurts Brücke in Homers Welt

Hetzplakat gegen die Darmstäder Lilien am 06.12.2015 vor dem Eisernen Steg in Frankfurt

Plakat auf einer Lichttrommel nördlich des Eisernen Stegs in Frankfurt, wie es in den ersten Dezembertagen 2015 an vielen Orten verklebt und im Web verbreitet wurde.

 

War es jenes abscheuliche Plakat, über das ich erst auf die Inschrift über dem Eisernen Steg in Frankfurt aufmerksam wurde? Das Plakat zeigt einen kräftigen Kerl mit Eintracht-Emblem auf der Kutte, der ein zierliches Mädchen mit zersplitterndem SV Darmstadt 98-Enblem auf dem Shirt an der Gurgel packt und ins Dunkle schleift, während seine Linke eine Axt schwingt. Dazu der Text: „Darmstadt vernichten! 06.12.2015 alle auf die Straße Lilienschweine jagen“. Das seit 32 Jahren erste Bundesliga-Derby zwischen Darmstadt und Frankfurt hat Darmstadt daraufhin mit aller Berechtigung am 6. Dezember 2015 mit 1 : 0 gewonnen. Als Täter wurde bislang nur die Einzelperson eines jungen Grafikers ermittelt. Seitdem schweigt die Berichterstattung.

Widmen wir uns hier – ohne den Hassexzess Frankfurter „Fans“ zu vergessen – der Aufschrift über dem Eisernen Steg, die sich in der Abbildung nur schemenhaft rechts oben gegen den grauen Himmel abhebt [ mehr... ].

Nach der Exkursion in Kilikien und Südostanatolien:

Resultate aus Kilikien

Der österreichische Dichter und Ilias-Übersetzer Raoul Schrott hatte die These aufgestellt, jener von seiner Person her im Grunde völlig unbekannte Dichter „Homer“ habe seine Anschauung für die Detailfülle seiner Ilias-Erzählungen in Kilikien gewonnen. Nun ist es 2015 gelungen, eine längere Reise nach Kilikien durchzuführen, auf der einige der Schrott’schen Hypothesen überprüft werden konnten.

Die Reise hatte zudem noch andere kulturgeschichtliche Akzente, die nicht mit Raoul Schrott und Homer zu tun haben, aber jedenfalls ‚mitgenommen‘ werden sollten, wenn man sich schon in einer solch vielfältigen Region mit reicher Geschichte aufhält.

Die Berichte und vorbereitenden wie vertiefenden Untersuchungen werden nun sukzessive in der Abteilung „Regionen > Kilikien“ zusammengestellt.

Da die Reise zudem einige Ziele in Südostanatolien ansteuerte, erwächst daraus auch eine neue Regionen-Abteilung auf ‚Homersheimat‘.

Interssante Dinge ohne Homer und seine Heimat:

Knallbonbons

Unter diesem Titel habe ich 2015 eine neue Rubrik eingerichtet (siehe Menu-Aufblätterung), in der ich mich hin und wieder in Themen vertiefen will, die nichts mit Homer zu tun haben, die aber für mich aus irgendeinem politischen, kulturellen, wissen­schaft­lichen oder gesellschaftlichen Grund interessant sind. Schauen Sie doch hin und wieder mal rein!

Der jüngste Beitrag zum Louvre-Ableger im nordfranzösischen Lens richtet sich an Leser, die sich für Kunst interessieren und auch die düsteren Teile deutscher Geschichte in Erinnerung halten wollen. Da ist den Gestaltern des Louvre aus meiner Sicht ein großer Wurf gelungen. Es wäre schön, wenn das den einen oder anderen zu einer Reise dorthin bewegt, auf der man in diesem Jahr auch die ebenfalls sehr besuchenswerte, nahegelegene, kleine ehemalige Bergbaustad Mons in Belgien besuchen kann, die 2015 Europäische Kulturhauptstadt ist.

Womit die Suche nach „Homers Heimat“ anfing:

Die „Geburt“ der Aphrodite...

... bei Hesiod, Theogonie, Verse 179 ff:

Es kam aber der große Himmel, führte die Nacht herauf, umfing die Erde voller Liebesverlangen und breitete sich ganz über sie. Der Sohn aber griff aus dem Versteck mit der linken Hand nach ihm, nahm die riesige, lange, scharfgezahnte Sichel in die Rechte, mähte rasch das Geschlecht seines Vaters ab und warf es hinter sich, dass es fortflog;...

Das Geschlecht aber, das er erst mit dem Stahl abschnitt und dann vom Land ins wogende Meer warf, trieb lange Zeit in den Wogen, und rings entstand weißer Schaum aus dem unsterblichen Fleisch; darin aber wuchs ein Mädchen. Zuerst trieb es zum hochheiligen Kythera hin, von dort dann kam es zum meerumflossenen Kypros. Heraus aber stieg die hehre, herrliche Göttin, und ringsum sprosste frisches Grün unter ihren schlanken Füßen. Götter und Menschen nennen sie Aphrodite und schaumgeborene Göttin und schönbekränzte Kythereia, weil sie dem Schaum entwuchs, Kythereia aber, weil sie nach Kythera gelangte, und Kyprosgeborene, weil sie am vielumwogten Kypros herausstieg, und geschlechtsliebend, weil sie aus dem Geschlecht ans Licht trat.

"er", der kastrierende, ist Kronos, der Sohn des von ihm kastrierten Uranus, also des Himmels, Ehemann von Gaia, der Erde, die nicht lšnger hinnehmen wollte, dass Uranus ihre Kinder quälte.

Aphrodite war in gewisser Weise Auslöser des troianischen Krieges, weil die Wahl des troianischen Prinzen Paris auf sie (und nicht auf die konkurrierenden Göttinnen Hera und Athene) fiel. Daraus ergab sich der Frauenraub, der Krieg ... und letztlich auch Homers Ilias. Homer sieht die Geburt der Aphrodite übrigens ganz anders, viel unspektakulärer [hier mehr zu Aphrodite]