„Homers Heimat“

...mag als seltsamer Name für einen Webauftritt erscheinen, wo sein Gegenstand tief in einer eher dunklen und jedenfalls völlig Internet-fernen Vergangenheit liegt. Doch in diesem Titel schwingen für mich allerlei programmatische Aspekte mit, die die Absicht hinter dieser persönlichen Homepage (darum handelt es sich hier) gut zusammenfassen können.... [über diese Website]

Ruinen als Erinnerungsorte im Kernland der homerischen Griechen

Mykenische Paläste

Blick vom Hera-Tempel in die argolische Ebene

Wo seid Ihr, Paläste von Agamemnon, Achilleus, Nestor und Co.,  aus denen einst die  ‚Helden‘ der Griechen in den Krieg gegen Troia aufgebrochen waren?

Der Blick vom Altar des Hera-Tempels über die weite fruchtbare Schwemmebene von Argos fällt heute auf endlose Agrumenplantagen, moderne Dörfer und den morgendlichen Dunst, der vom argolischen Golf an den Fuß der peloponnesischen Berge zieht.

Der Palast von Mykene ist am Ende dieser Ebene schnell gefunden, weil die griechische Tourismusorganisation noch jeden Besucher dorthin gelenkt hat. Aber schon in der mindestens ebenso „zyklopischen“ Festung von Tiryns  nahe dem Meer ebbt die Besuchermenge ab … und verschwindet nahezu gänzlich vor noch weniger bekannten Orten wie Lerna oder Aigina Kolonna.

Eine neue Abteilung auf ‚homersheimat‘ untersucht nun die Geheimnisse dieser Paläste, ihre Geschichte und Bedeutung. Sie ist in der Hauptnavigation unter Regionen > Mykenische Paläste eingeordnet… [mehr].

Über die Wurzeln der monotheistischen Religionen

Warum hat Michelangelo seiner Moses-Statue Hörner aufgesetzt? „Wikipedia“ liegt bei diesem Thema leider total daneben. Aber auch Koryphäen unserer Kulturgeschichte wie Sigmund Freud zeigen Deutungsschwächen.

Aus der Befassung mit den Seevölkern eröffnen sich neue Deutungsperspektiven… [mehr].

Die Seevölker der Pharaonen und Homers Odysseus – ihre Beziehung könnte zur Lösung eines alten Problems führen, nicht aber die Geschichten des SPIEGEL:

Seevölkerodyssee

Seevölkergeschichte im Spiegel 28/2016 unter dem Titel: Der nullte Weltkrieg

So wie vorstehend im Ausriss wiedergegeben, titelte DER SPIEGEL im Sommer 2016 eine Geschichte über die Seevölker der ausgehenden Bronzezeit (Spiegel 28/2016 S. 100 ff). Sie war krawallig und skandalisierend angelegt. Denn wenn man lange zurückliegende historische Kriege von Seeräubern im östlichen Mittelmeer mit den zwei Weltkriegen des 20. Jahrhunderts vergleicht, packt man eine ganz schwere Keule aus.

Hat die Befassung mit der Bronzezeit eine solche Zuspitzung nötig? Offenbar besteht Interesse an dieser fernen Zeit, die nicht nur von Homer und seinen Epen lebendig gehalten wird – sonst würde nicht nur der Spiegel darüber schreiben. Aber etwas mehr Abrüstung in der Befassung mit den damaligen Kriegen, Helden, Dramen und Untergängen würde guttun und die Lüftung der Geheimnisse aus jener Zeit befördern.

Das versucht jedenfalls mein Seevölkerportal auf dieser Website.

Interessante Dinge ohne Homer und seine Heimat:

Knallbonbons

Unter diesem Titel habe ich 2015 eine neue Rubrik eingerichtet (siehe Menu-Aufblätterung), in der ich mich hin und wieder in Themen vertiefen will, die nichts mit Homer zu tun haben, die aber für mich aus irgendeinem politischen, kulturellen, wissen­schaft­lichen oder gesellschaftlichen Grund interessant sind. Schauen Sie doch hin und wieder mal rein!

Ein mir besonders werter Beitrag zum Louvre-Ableger im nordfranzösischen Lens richtet sich an Leser, die sich für Kunst interessieren und auch die düsteren Teile deutscher Geschichte in Erinnerung halten wollen. Da ist den Gestaltern des Louvre aus meiner Sicht ein großer Wurf gelungen. Es wäre schön, wenn das den einen oder anderen zu einer Reise dorthin bewegt, auf der man auch die ebenfalls sehr besuchenswerte, nahegelegene, kleine ehemalige Bergbaustad Mons in Belgien besuchen kann, die 2015 Europäische Kulturhauptstadt war.

Und hier der direkte Link zu dieser Seite Themen > Knallbonbons.

Womit die Suche nach „Homers Heimat“ anfing:

Die „Geburt“ der Aphrodite...

... bei Hesiod, Theogonie, Verse 179 ff:

Es kam aber der große Himmel, führte die Nacht herauf, umfing die Erde voller Liebesverlangen und breitete sich ganz über sie. Der Sohn aber griff aus dem Versteck mit der linken Hand nach ihm, nahm die riesige, lange, scharfgezahnte Sichel in die Rechte, mähte rasch das Geschlecht seines Vaters ab und warf es hinter sich, dass es fortflog;...

Das Geschlecht aber, das er erst mit dem Stahl abschnitt und dann vom Land ins wogende Meer warf, trieb lange Zeit in den Wogen, und rings entstand weißer Schaum aus dem unsterblichen Fleisch; darin aber wuchs ein Mädchen. Zuerst trieb es zum hochheiligen Kythera hin, von dort dann kam es zum meerumflossenen Kypros. Heraus aber stieg die hehre, herrliche Göttin, und ringsum sprosste frisches Grün unter ihren schlanken Füßen. Götter und Menschen nennen sie Aphrodite und schaumgeborene Göttin und schönbekränzte Kythereia, weil sie dem Schaum entwuchs, Kythereia aber, weil sie nach Kythera gelangte, und Kyprosgeborene, weil sie am vielumwogten Kypros herausstieg, und geschlechtsliebend, weil sie aus dem Geschlecht ans Licht trat.

"er", der kastrierende, ist Kronos, der Sohn des von ihm kastrierten Uranus, also des Himmels, Ehemann von Gaia, der Erde, die nicht länger hinnehmen wollte, dass Uranus ihre Kinder quälte.

Aphrodite war in gewisser Weise Auslöser des troianischen Krieges, weil die Wahl des troianischen Prinzen Paris auf sie (und nicht auf die konkurrierenden Göttinnen Hera und Athene) fiel. Daraus ergab sich der Frauenraub, der Krieg ... und letztlich auch Homers Ilias. Homer sieht die Geburt der Aphrodite übrigens ganz anders, viel unspektakulärer [hier mehr zu Aphrodite]