Die Kupferressourcen von Temesa

Die Lokalisierung des homerischen „Temesa“ und seiner bronzezeitlichen Kupferminen ist ein Projekt, kein Tatbestand, den man bereits in Wikipedias Lokalisierungsmodul einfügen könnte. Den aktuellen (hypothetischen) Lokalisierungsstand von Temesa (und seinem Nachfolgeort Terina) zeigt die nebenstehende Abbildung.

Ein Kongress in Italien hatte im Jahre 1981 angestrengt versucht, einer Lösung näher zu kommen – doch wer erinnert sich daran noch? Der Kongressbericht verstaubt in Bibliotheksarchiven, maßgebliche Protagonisten sind verstorben. Dabei hatte sich damals sogar die italienische Energieholding ENI für das Thema interessiert – nicht aus Gründen der Homer-Forschung, sondern ganz praktisch auf der Suche nach Rohstoffen. Solche Explorationsdaten von Rohstoffkonzernen  sind generell kaum zugreifbar, und im konkreten auch nicht für mich. Deshalb versuche ich, aus ihrer Aufbereitung im 1981-er Kongress an der Universität von Perugia etwas genauere Informationen zu ergraben.

Auch die geologische Erforschung Kalabriens ist weitergegangen und hat zu Strukturmodellen über die erdgeschichtliche Genese Kalabriens geführt. Dabei spielen auch jene „Ophiolithe“ eine Rolle, in deren Kontext Kupfervorkommen auftreten können – wie das große Beispiel Zyperns zeigt.

Meine Quellenauswertung gelangt bis zu dem Punkt, wo in gut eingrenzbare lokale Untersuchungen eingestiegen werden müsste. Leider ist es von Darmstadt nach Kalabrien kein Katzensprung. Deshalb hoffe ich auf Leser, die weitergehende oder korrigierende Anregungen einbringen können, ehe wir uns irgendwann tatsächlich ins Flugzeug nach Lamezia Terme setzen.

Meine Auswertung historischer und geologischer Quellen zur Lokalisierung von Temesa wird hier in einer PDF-Datei bereitgestellt: Die Kupferressourcen von Temesa (PDF-Datei – öffnet auf separatem Reiter).

Der zugrunde gelegte Homerische Kontext wird im Essay „Homer über dem Eisernen Steg in Frankfurt“ (PDF-Datei – öffnet auf separatem Reiter) entfaltet.