„Homers Heimat“

...mag als seltsamer Name für einen Webauftritt erscheinen, wo sein Gegenstand tief in einer eher dunklen und jedenfalls völlig Internet-fernen Vergangenheit liegt. Doch in diesem Titel schwingen für mich allerlei programmatische Aspekte mit, die die Absicht hinter dieser persönlichen Homepage (darum handelt es sich hier) gut zusammenfassen können.... [über diese Website]

 

Die ökologische Transformation der Stadt im Klimawandel

Die Jahre der Pandemie haben mein Arbeitskonzept für „homersheimat.de“ zerschossen. Reisen in den mediterranen Süden, auf denen ich meine Untersuchungen zur Frühgeschichte vor Ort überprüfen und vertiefen konnte, waren nicht mehr möglich. Und auch im Pandemiejahr drei bleibt das schwierig, weil der aufgestaute Reise-Nachholhunger der Menschen die Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber bis an den Kollaps überfordert. Sie haben in den ersten beiden Pandemiejahren viel Personal „abgebaut“ und können nun den Ansturm nicht mehr bewältigen.

Aber im Nahbereich gibt es umso mehr zu tun. Daher nun meine Konzentration zurück auf Darmstadt. Da sind in den Pandemiejahren einige Papiere entstanden, die die hausnahen Probleme einer Grün regierten Stadt thematisieren. Diese Stadtregierung behauptet zwar, Darmstadt „klimaneutral“ machen zu wollen, kennt aber nur ein strategisches Ziel: Wachstum. Dabei sollten gerade Grüne wissen, dass dies Wachstum Ursache all der Ökologie- und Klimaprobleme ist, die uns immer drastischer quälen.

Meine Themenpapiere zu diesem Komplex sind hier über die gelben Verlinkungsfelder als PDF-Dateien bereitgestellt:

Wohin driftet der Städtebau? (Juli 2022). Die Internationale Gartenbauausstellung FLORIADE 2022 in Almere, Niederlande, gibt vielfältige Impulse, um resiliente Lösungen für die wesentlichen Probleme der Städte im Klimawandel zu entwickeln. Darmstadts Wohnungsbau-Mammutprogramm leistet dazu nichts … und nicht einmal den versprochenen „bezahlbaren Wohnraum“.

Träumen von Urbanität (Februar 2022). Ein Hype grüner Stadtentwicklungsideologie ist die 15-Minuten-Stadt. Ich mache einen Praxistest (der in meiner randstädtischen Wohnlage schief geht) und diskutiere drei einfache Grundsätze der Stadt­entwicklung, die tatsächlich Urbanität mit kurzen Wegen bewirken können: kleinteilige Parzellierung, menschliches Maß und Erdgeschoss-Nutzungen

Stadtteilentwicklung Wixhausen (Januar 2021). Die Stadt Darmstadt will in den Feldern des nördlichsten Darmstädter Stadtteils Wixhausen ein neues Depot für den örtlichen Nahverkehrsträger HEAG mobilo bauen. Schon dieser schlechteste, weil am äußersten Rand der Stadt gelegene Standort stört die Grünen Entscheidungsträger nicht, weil ihnen dies Depot auch als Hebel zur Industrialisierung der dortigen Äcker dienen soll. Was Wixhausen hingegen gut täte, steht in diesem Papier.

Wachstum wohin? (Dezember 2020). Die Nachkriegs­geschichte Darmstadts war immer wieder von großen Stadterweiterungsvorstellungen geprägt, die ich hier Revue passieren lasse. Die jüngsten Wachstumskonzepte der Grünen Stadtregierung toppen alle. Dabei ist gerade heute ein Innehalten angesagt, um die bereits in den Dürresommern überhitzten Bestandsquartiere nicht durch benachbarte Neubaugebiete weiter zu belasten, sondern die unbebauten Flächen als klimatische Ausgleichsräume zu erhalten.

Klimanotstand (August 2019). Die Grundlagen von allem: Warum haben wir ein Klimaproblem, das sich zum Klimanotstand entwickelt? Wie wirkt sich das auf unsere Wälder und Felder aus und wie könnten Lösungsmöglichkeiten aussehen? Der Text basiert auf der Aufbereitung dreier Vorträge im Natur­wissen­schaft­lichen Verein Darmstadt unter den Perspektiven der Meteorologie, der Landwirtschaft und des Forstes.

 

Update – 06@2021

1. Kann ein Fahrzeug eine kulturelle Klammer sein?

Die einachsigen, von zwei Pferden gezogenen Gespanne waren mehr als nur ein Kriegsgerät. Sie stehen für eine außergewöhnliche technologische und kulturelle Innovation und haben sich vom wendigen Kampfgefährt der innerasiatischen Steppen zu repräsentativen Prunkwagen entwickelt. Da geht es nicht um die effekthascherische Action von Hollywood-Wagenrennen, die in römische Zeit projiziert wurden, sondern um eine große, geheimnisvoll bleibende, sehr viel ältere Errungenschaft der Bronzezeit: Streitwagen.

2. Die verwirrenden Fäden kultureller Erinnerung

Die reiselose Zeit brachte wieder zum Vorschein, was vor vier Jahren entstand: die Verarbeitung von Stellungnahmen zu meinem Essay über Michelangelos Moses-Skulptur (vgl. Der gehörnte Moses auf dieser Website). Vier Jahre – oder auch eine Trump’sche Amtszeit lang – lag diese Arbeit still auf der Platte. Die Rolle von Trump darin ist gespielt, die Frage, ob nun Facts oder Fantastereien unsere Kulturgeschichte tragen, hingegen noch nicht beantwortet: Unser kulturelles Gedächtnis.

3. Atlantis, das Thema unserer kulturellen Untiefen

Winken Sie nicht gleich ab, wenn auch ich jetzt noch mit dem Thema „Atlantis“ daherkomme. Ich werde Ihnen jedenfalls nicht die 259. Lokalisierungsvariante als meine persönliche Erleuchtung präsentieren. Mir geht es vielmehr um eine kritische Betrachtung der Überlieferungsgeschichte. Welche Hinweise können wir daraus auf die historische Substanz der Erzählung gewinnen? Nachgerade zwingend führen uns die mythologischen Wurzeln von Atlantis sodann zurück in den Kontext der zurzeit auf der Erde lastenden Pandemie (letzter Abschnitt in:) Letzte Reise nach Atlantis.

 

Reisen? Das war einmal – 02@2021

Diese Website setzte darauf, die Ergründung unserer Geschichte und die Auseinandersetzung mit unserer Gegenwart, ihrer Umwelt und Kultur in Reisen bzw. Exkursionen praktisch werden zu lassen. Das ist nun seit einem Jahr vorbei und gefährliche Viren werden uns wohl auch längerfristig nicht mehr loslassen. Wir haben unser natürliches Lebensumfeld zu sehr zerstört, wir sind zu viele geworden, wir reisten zu massenhaft in die Welt, um Konferenzen abzuhalten oder an fernen Stränden herumzuliegen und haben so dafür gesorgt, dass uns mit Viren, die vielleicht einem seltenen asiatischen Tier entstammen, mit dem wir unter ‚normalen‘ Umständen nie in Kontakt geraten wären, von einer hilflos agierenden Politik Angst und Schrecken eingejagt werden kann. Das Adverb „wohnhaft“ hat sie zum persistenten Substantiv mutieren lassen.

Nach einem Jahr Schreibstarre unternehme ich hier den Versuch, aus diesem Zustand wenigstens durch eine Reise in Erinnerungen auszubrechen. Im Ergebnis entsteht dennoch der Befund, dass kaum noch etwas zu retten ist, was wir als kulturelle Erinnerung einmal besaßen: Die „Weltsicht des Pharaos“ ist ein Trip zurück in Zeiten ungleich besserer Reisebedingungen trotz Fehlens von Handy, Auto und Flugzeug, und hinein in archäologische Befunde, die heute nicht mehr existieren.

Ruinen als Erinnerungsorte im Kernland der homerischen Griechen

Mykenische Paläste

Hier geht es direkt zum Portal Mykenische Paläste mit thematischen Untersuchungen, Exkursionsvorbereitungen und Reiseberichten aus der Argolis und dem Peloponnes, aus Böotien und Attika.

 

Blick vom Hera-Tempel in die argolische Ebene

Wo seid Ihr, Paläste von Agamemnon, Achilleus, Nestor und Co.,  aus denen einst die  ‚Helden‘ der Griechen in den Krieg gegen Troia aufgebrochen waren?

Der Blick vom Altar des Hera-Tempels über die weite fruchtbare Schwemmebene von Argos fällt heute auf endlose Agrumenplantagen, moderne Dörfer und den morgendlichen Dunst, der vom argolischen Golf an den Fuß der peloponnesischen Berge zieht.

Der Palast von Mykene ist am Ende dieser Ebene schnell gefunden, weil die griechische Tourismusorganisation noch jeden Besucher dorthin gelenkt hat. Aber schon in der mindestens ebenso „zyklopischen“ Festung von Tiryns  nahe dem Meer ebbt die Besuchermenge ab … und verschwindet nahezu gänzlich vor noch weniger bekannten Orten wie Lerna oder Aigina Kolonna.

Eine neue Abteilung auf ‚homersheimat‘ untersucht nun die Geheimnisse dieser Paläste, ihre Geschichte und Bedeutung. Sie ist in der Hauptnavigation unter Regionen > Mykenische Paläste eingeordnet… [Mykenische Paläste].

Die Seevölker der Pharaonen und Homers Odysseus – ihre Beziehung könnte zur Lösung eines alten Problems führen, nicht aber die Geschichten des SPIEGEL:

Seevölkerodyssee

Seevölkergeschichte im Spiegel 28/2016 unter dem Titel: Der nullte Weltkrieg

So wie vorstehend im Ausriss wiedergegeben, titelte DER SPIEGEL im Sommer 2016 eine Geschichte über die Seevölker der ausgehenden Bronzezeit (Spiegel 28/2016 S. 100 ff). Sie war krawallig und skandalisierend angelegt. Denn wenn man lange zurückliegende historische Kriege von Seeräubern im östlichen Mittelmeer mit den zwei Weltkriegen des 20. Jahrhunderts vergleicht, packt man eine ganz schwere Keule aus.

Hat die Befassung mit der Bronzezeit eine solche Zuspitzung nötig? Offenbar besteht Interesse an dieser fernen Zeit, die nicht nur von Homer und seinen Epen lebendig gehalten wird – sonst würde nicht nur der Spiegel darüber schreiben. Aber etwas mehr Abrüstung in der Befassung mit den damaligen Kriegen, Helden, Dramen und Untergängen würde guttun und die Lüftung der Geheimnisse aus jener Zeit befördern.

Das versucht jedenfalls mein Seevölkerportal auf dieser Website.

Interessante Dinge ohne Homer und seine Heimat:

Knallbonbons

Unter diesem Titel habe ich 2015 eine neue Rubrik eingerichtet (siehe Menu-Aufblätterung), in der ich mich hin und wieder in Themen vertiefen will, die nichts mit Homer zu tun haben, die aber für mich aus irgendeinem politischen, kulturellen, wissen­schaft­lichen oder gesellschaftlichen Grund interessant sind. Schauen Sie doch hin und wieder mal rein!

Ein mir besonders werter Beitrag zum Louvre-Ableger im nordfranzösischen Lens richtet sich an Leser, die sich für Kunst interessieren und auch die düsteren Teile deutscher Geschichte in Erinnerung halten wollen. Da ist den Gestaltern des Louvre aus meiner Sicht ein großer Wurf gelungen. Es wäre schön, wenn das den einen oder anderen zu einer Reise dorthin bewegt, auf der man auch die ebenfalls sehr besuchenswerte, nahegelegene, kleine ehemalige Bergbaustad Mons in Belgien besuchen kann, die 2015 Europäische Kulturhauptstadt war.

Und hier der direkte Link zu dieser Seite Themen > Knallbonbons.

Auf der Suche nach den Kupferressourcen des Homerischen Temesa

Den Hinweis auf einen Ort namens „Temesa“ legte Homer in seiner Odyssee der inkognito auftretenden Göttin Athene in den Mund. Dort könne man Kupfer gegen Eisen eintauschen – also das Metall der Bronzezeit um den troianischen Krieg, von dem Homer erzählt, gegen das für Homers Epoche selbst namensgebende Metall der Eisenzeit.

Noch immer wird heute dies Temesa oft mit dem zyprischen Tamassos identifiziert,  obwohl schon der antike Geograph Strabon darauf hingewiesen hatte, dass dies keinen Sinn macht. Strabon selbst lieferte eine andere Lokalisierung in Kalabrien. Unter Auswertung historischer wie geologischer Quellen versuche ich, einer Lokalisierung jenes Temesa näher zu kommen: Die Kupferressourcen von Temesa.

There is also an English version of this investigation (July 2019): The Copper Resources of Temesa (PDF-file).

Über die Wurzeln der monotheistischen Religionen

Warum hat Michelangelo seiner Moses-Statue Hörner aufgesetzt? „Wikipedia“ liegt bei diesem Thema leider total daneben. Aber auch Koryphäen unserer Kulturgeschichte wie Sigmund Freud zeigen Deutungsschwächen.

Aus der Befassung mit den Seevölkern eröffnen sich neue Deutungsperspektiven… [mehr].

Womit die Suche nach „Homers Heimat“ anfing:

Die „Geburt“ der Aphrodite...

... bei Hesiod, Theogonie, Verse 179 ff:

Es kam aber der große Himmel, führte die Nacht herauf, umfing die Erde voller Liebesverlangen und breitete sich ganz über sie. Der Sohn aber griff aus dem Versteck mit der linken Hand nach ihm, nahm die riesige, lange, scharfgezahnte Sichel in die Rechte, mähte rasch das Geschlecht seines Vaters ab und warf es hinter sich, dass es fortflog;...

Das Geschlecht aber, das er erst mit dem Stahl abschnitt und dann vom Land ins wogende Meer warf, trieb lange Zeit in den Wogen, und rings entstand weißer Schaum aus dem unsterblichen Fleisch; darin aber wuchs ein Mädchen. Zuerst trieb es zum hochheiligen Kythera hin, von dort dann kam es zum meerumflossenen Kypros. Heraus aber stieg die hehre, herrliche Göttin, und ringsum sprosste frisches Grün unter ihren schlanken Füßen. Götter und Menschen nennen sie Aphrodite und schaumgeborene Göttin und schönbekränzte Kythereia, weil sie dem Schaum entwuchs, Kythereia aber, weil sie nach Kythera gelangte, und Kyprosgeborene, weil sie am vielumwogten Kypros herausstieg, und geschlechtsliebend, weil sie aus dem Geschlecht ans Licht trat.

"er", der kastrierende, ist Kronos, der Sohn des von ihm kastrierten Uranus, also des Himmels, Ehemann von Gaia, der Erde, die nicht länger hinnehmen wollte, dass Uranus ihre Kinder quälte.

Aphrodite war in gewisser Weise Auslöser des troianischen Krieges, weil die Wahl des troianischen Prinzen Paris auf sie (und nicht auf die konkurrierenden Göttinnen Hera und Athene) fiel. Daraus ergab sich der Frauenraub, der Krieg ... und letztlich auch Homers Ilias. Homer sieht die Geburt der Aphrodite übrigens ganz anders, viel unspektakulärer [hier mehr zu Aphrodite]